Feldmarschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim

In einer wissenschaftlichen Arbeit, die sich dem Pappenheimer Feldmarschall Gottfried Heinrich widmet, beschreibt man ihn folgender maßen:Feldmarschall Gottfreid Heinrich zu Pappenheim
Dieser Heißsporn und Draufgänger war das Urbild eines verwegenen Reiterführers. Als narbenbedeckter Haudegen war er - von seinen Soldaten heiß geliebt - doch immer auch gleichzeitig ein hoffähiger Kavalier aus guter Familie und mit weitreichenden Verbindungen,.."

Dieser Pappenheimer, geboren im Jahr 1594 war Sohn des Marschall Veit und seiner Frau Maria Salome aus dem Hause Preysing.

Nach einem kurzzeitigen Studium in Tübingen wechselte er im Februar 1610 zur damaligen Eliteuniversität Altdorf bei Nürnberg, wo er ein intensives und erfolgreiches Studium ableistete. Bereits im Juni 1610 wird der 16jährige zum Rektor der Universität gewählt und hat dort trotz seines jungen Alters mehrmals die Senatssitzungen geleitet.

Nach den Überlieferungen gilt sein besonderes Interesse dem Studium der heiligen Schrift und dem Erlernen fremder Sprachen. Er beherrscht die Fremdsprachen Latein, Italienisch, Französisch und Spanisch perfekt in Wort und Schrift

Überhaupt zeigte sich schon in jungen Jahren seine hohe Intelligenz und seine Gewandtheit in Wort und Schrift.

Die Historikerin Barbara Stadler schreibt über unseren Pappenheimer:

"Es kann hier festgehalten werden, dass die Sprache, die Beredsamkeit, aber auch die schriftliche Gewandtheit zu den hervorragendsten Merkmalen .... gehörten, mit denen er sich bei Hoch und Niedrig durchsetzte und seinen Taten und Verdiensten den nötigen Nachdruck gab."

Zum Mut und zur Unerschrockenheit des 18-jährigen Pappenheimers gibt es Aufzeichnungen seines Begleiters Hauptmann Johann Jakob Rummel, der beschreibt, wie er sich gegen vier Angreifer wehrt, wobei er die ersten zwei tötet, den dritten zu Boden wirft und den vierten verjagt.

Etwa 100 Jahre nach Beginn der Reformation löst 1618 der Prager Fenstersturz den Dreißigjährigen Krieg aus.

Obwohl sich seine Familie zur reformierten lutherischen Glaubenslehre bekennt, ist unser Pappenheimer ein glühender Verfechter des katholischen Glaubens und schließt sich dem Heer der kaiserlichen, der „Heiligen Liga“ an.

Durch sein taktisches Geschick bei den kriegerischen Auseinandersetzungen im Ennsland fiel er dem Bayerischen Herzog Maximilian I. auf, der ihn zum Leutnant ernannte.

In der Schlacht am Weißen Berg nahe von Prag im Jahre 1620 wird der 24jährige schwer verwundet und liegt über Nacht auf dem Schlachtfeld zwischen den Gefallenen. Am anderen Morgen wird er durch Zufall entdeckt und nach Prag zum „fürtrefflichen“ Feldscher Andrè gebracht, der sich, wie geschrieben steht „mit seiner ganzen Geschäftigkeit an sein Amt machte, die zahllosen Wunden zu verbinden“. Als sich der Herzog erkundigte, ob der Pappenheimer noch zu heilen sei gab Andrè zur Antwort: „ Obwohl sechs Wunden tödlich sind getraue ich mich doch mit Gottes Hilfe sie zu heilen, wenn er nicht so ungeduldig wäre “. Als der Pappenheimer das hörte: schrie er aus seinem Bett hervor:

„Wie soll denn einer bei diesen Pflastern geduldig sein? Eine Nacht bin ich im Fegfeuer gelegen, aber bei dem ewigen Heften und Nähen muss einem der letzte Geduldsfaden reißen.“

Wegen der vielen Wunden, die er sich in der Schlacht am Weißen Berg zugezogen hat, wurde er künftig, besonders von seinen Soldaten, „Schrammhans“ genannt.

1631 wurde er zum Feldmarschall befördert. Als solcher führte er ein Reiterheer von 5000 Mann. Er kämpfte an der Seite Statue in der Graf-Carl-Straße in PappenheimWallensteins, der seinen Feldmarschall, besonderes aber seine Treue und Zuverlässigkeit, sehr schätzte.

Das Zentrum des Dreißigjährigen Krieges hatte sich nach Sachsen verlagert. Im November 1632 rechnete Wallenstein nicht mehr mit einem Angriff des Schwedenkönigs und entließ Pappenheims Reiterheer in das Winterquartier, das in Halle aufgeschlagen werden sollte. Kaum angekommen erhielt der Feldmaschall am 15. November 1632 den Hilferuf Wallensteins in Form eines Briefes.

„Der Feindt marschirt hereinwarths der herr lasse alles stehen undt liegen undt incaminire sich herzu mitt allem volck und sticken auf das er morgen frie bey uns sich befinden kann“.

Die bekannte Schlacht bei Lützen findet am 16.11.1631 statt. Beide Seiten haben unglaublich hohe Verluste zu beklagen. Unser Pappenheimer Feldmarschall Gottfried Heinrich und auch der Schwedenkönig Gustav Adolf verlieren an diesem Tag ihr Leben. Auf Befehl Wallensteins wird der Feldmarschall im Prager Kloster Strahov in der Marienkapelle beigesetzt.

Vor rund 8 Jahren hat dieser Pappenheimer 400 Jahre nach seiner Geburt noch für viel Wirbel gesorgt. Er wurde höchst unterschiedlich beurteilt: Ein Schlächter sei er gewesen, das Blut seiner Feinde habe er getrunken, ein großer Feldherr seiner Zeit war er..

Wie immer man über diesen Pappenheimer denken mag eines ist sicher: Unumstößliche Fakten der Geschichtsschreibung weisen auf eine Persönlichkeit hin, welche im ganzen damaligen Reich über Jahrhunderte bekannten Pappenheimer Tugenden verkörperte:

Treue und Zuverlässigkeit.

© P. Prusakow, Pappenheim